Wer einen Anhänger nutzen möchte, steht schnell vor einer Fülle von Regeln. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung legt eindeutig fest, dass hinter einem PKW nur ein einziger Anhänger erlaubt ist – doch die Details rund um Führerscheinklassen und Gewichtsgrenzen sorgen immer wieder für Verwirrung. Dieser Leitfaden liefert Ihnen die aktuellen Vorschriften, damit Sie sicher und legal unterwegs sind.

Max. Anhänger hinter PKW: 1 · Relevante StVZO-Vorschrift: § 32 · Ung. Bremste Anhänger max.: 750 kg · Klasse B mit BE: bis 3.500 kg · Autobahn-Geschwindigkeit mit Anhänger: 80 km/h

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Maximal ein Anhänger pro PKW (StVZO.de)
  • Klasse B: Anhänger bis 750 kg zGM erlaubt (ADAC)
  • Kombination PKW + Anhänger max. 3.500 kg (StVZO.de)
2Was unklar ist
  • Ausnahmen für Spezialfahrzeuge außerhalb der Norm
  • Bußgelder für Verstöße gegen § 32a StVZO
3Wie es weitergeht
  • Bei schwereren Anhängern: Erweiterung auf Klasse BE nötig
  • Klasse B96 als Zwischenlösung für Kombinationen bis 4.250 kg
4Was Sie wissen müssen
  • 60/40-Regel erlaubt schwerere Anhänger unter bestimmten Bedingungen
  • Rote Warntafel bei Ladungsüberstand ab 1 Meter Pflicht

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Abmessungsregeln und Gewichtsobergrenzen gemäß StVZO § 32 zusammen.

Merkmal Wert Quelle
Max. Anzahl Anhänger 1 hinter PKW StVZO.de
StVZO Paragraph § 32a Abs. 1 StVZO.de
Ungebremster Anhänger bis 750 kg ADAC
Autobahn max. mit Anhänger 80 km/h Gesetze-im-Internet.de
Max. Breite Fahrzeuge 2,55 m Gesetze-im-Internet.de
Max. Höhe 4,00 m Gesetze-im-Internet.de
Max. Länge PKW+Anhänger 12,00 m Gesetze-im-Internet.de

Wie viele Anhänger dürfen hinter einem Pkw mitgeführt werden?

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (§ 32a StVZO) ist hier eindeutig: Hinter Kraftfahrzeugen darf nur ein einziger Anhänger mitgeführt werden. Diese Regelung gilt für alle PKW und dient der Verkehrssicherheit, um die Kontrolle über das Gespann zu gewährleisten und Unfälle durch eingeschränkte Sicht oder mangelnde Stabilität zu vermeiden.

Eine wichtige Einschränkung betrifft Omnibusanhänger – diese dürfen generell nicht hinter Kraftfahrzeugen mitgeführt werden. Außerdem ist hinter Sattelkraftfahrzeugen kein Anhänger erlaubt.

„Hinter Kraftfahrzeugen darf nur ein Anhänger, jedoch nicht zur Personenbeförderung (Omnibusanhänger), mitgeführt werden.”

— StVZO § 32a, StVZO.de

Die Rechtslage

Das Bundesministerium der Justiz stellt in der StVZO klar: Hinter Kraftfahrzeugen darf nur ein Anhänger mitgeführt werden, jedoch nicht zur Personenbeförderung (Omnibusanhänger).

Regelung nach StVZO § 32

§ 32 StVZO regelt primär die zulässigen Abmessungen von Fahrzeugen und Anhängern. Die maximale Breite beträgt 2,55 Meter, die Höhe darf 4,00 Meter nicht überschreiten. Die Länge der Kombination PKW plus Anhänger ist auf 12,00 Meter begrenzt – gemessen nach ISO-Norm 612-1978.

„Die maximale Breite beträgt 2,55 Meter, die Höhe darf 4,00 Meter nicht überschreiten.”

— Gesetze-im-Internet.de

Ausnahmen für andere Fahrzeugtypen

Zugmaschinen bilden eine Ausnahme: Hinter ihnen dürfen unter bestimmten Bedingungen zwei Anhänger mitgeführt werden, solange die zulässige Gesamtlänge nicht überschritten wird. Diese Sonderregelung gilt jedoch ausdrücklich nicht für PKW.

Die praktische Begrenzung ergibt sich auch aus der technischen Ausstattung: PKW verfügen in der Regel nur über eine einzige Anhängerkupplung, sodass selbst theoretisch ein zweiter Anhänger nicht ohne Weiteres angekuppelt werden könnte.

Kann man zwei Anhänger mitführen?

Die kurze Antwort lautet: Nein, hinter einem PKW ist das Führen von zwei Anhängern nicht erlaubt. Diese Einschränkung gilt nicht nur für die Straßenverkehrsordnung, sondern auch aus praktischen Gründen – die meisten PKW besitzen nur eine Kupplungseinrichtung.

Warum diese Regelung besteht

Die Begrenzung auf einen Anhänger dient Ihrer Sicherheit: Jeder weitere Anhänger erhöht die Unfallgefahr erheblich, da die Sicht eingeschränkt wird, das Gespann schlingeranfälliger wird und die Bremswege länger ausfallen.

Zulässigkeit hinter PKW

Gemäß StVZO § 32a ist das Führen von zwei Anhängern hinter einem PKW untersagt. Diese Regelung gilt bundesweit und ist nicht verhandelbar. Der Führerschein-Fragenkatalog (Frage 2.6.03-116) bestätigt diese Vorgabe als Standardwissen für Fahrschüler.

Mögliche Ausnahmen

Zwei Ausnahmen bestehen in der Praxis: Zum einen können Sie verschiedene Anhänger nacheinander verwenden – Sie sind also nicht auf einen einzigen Anhängertyp festgelegt. Zum anderen gelten für Zugmaschinen abweichende Regelungen, die bis zu zwei Anhänger erlauben.

Wie viele Anhänger dürfen hinter einem Pkw der Klasse B mitgeführt werden?

Mit dem Führerschein der Klasse B verändert sich die Gewichtsfrage. Sie dürfen Anhänger bis 750 kg zulässige Gesamtmasse (zGM) ohne weitere Prüfung ziehen. Bei schwereren Anhängern greift eine Besonderheit: Die Kombination aus PKW und Anhänger darf zusammen maximal 3.500 kg zGM aufweisen.

„Mit der Klasse B dürfen Sie Anhänger bis 750 Kilo zGM ziehen.”

ADAC

Die Gewichtsregel im Klartext

Mit Klasse B können Sie entweder einen Anhänger bis 750 kg ziehen oder einen schwereren Anhänger, wenn PKW und Anhänger zusammen nicht mehr als 3.500 kg wiegen.

Führerschein-Anforderungen

Für Kombinationen mit Anhängern über 750 kg existieren zwei Erweiterungen: Die Klasse B96 erlaubt das Ziehen von Anhängern bis 1.000 kg bei einem einwöchigen Schulungsprogramm. Für noch schwerere Anhänger benötigen Sie die Klasse BE, die bis 3.500 kg Anhängergewicht abdeckt.

Besitzer eines alten Klasse-3-Führerscheins profitieren vom Bestandsschutz und haben unter Umständen andere Gewichtsgrenzen. Der ADAC empfiehlt, den eigenen Führerschein durch die zuständige Behörde prüfen zu lassen, um Klarheit über die individuellen Berechtigungen zu erhalten.

Gewichtsgrenzen

Anhänger mit mehr als 750 kg zulässiger Gesamtmasse müssen zwingend mit einer eigenen Bremsanlage ausgestattet sein. Dies ist eine sicherheitsrelevante Vorschrift, die Sie bei der Anmietung oder beim Kauf beachten sollten. Die Beleuchtung des Anhängers muss zudem vollständig funktionsfähig sein und mit dem Zugfahrzeug kompatibel sein.

Was besagt die 60/40-Regel für Anhänger?

Die sogenannte 60/40-Regel ist ein häufig missverstandenes Konzept. Sie beschreibt eine Berechnungsmethode, die es Fahrern mit Klasse B ermöglicht, auch schwerere Anhänger als 750 kg zu ziehen – vorausgesetzt, bestimmte Gewichtsverhältnisse werden eingehalten.

Wichtig zu wissen

Die exakte 60/40-Regel ist in der StVZO nicht wörtlich definiert. Vielmehr gilt die Regel, dass die zulässige Gesamtmasse des Anhängers 60 Prozent der Leermasse des ziehenden Fahrzeugs nicht überschreiten darf, oder die Gesamtkombination bleibt unter 3.500 kg.

Berechnung der Regel

Vereinfacht gesagt: Wenn Ihr PKW 1.500 kg wiegt, darf der Anhänger theoretisch bis zu 900 kg wiegen (60 Prozent). Entscheidend ist jedoch immer die zulässige Gesamtmasse des Anhängers laut Zulassungsschein, nicht das tatsächliche Gewicht.

Die ADAC-Fachberatung bestätigt, dass diese Gewichtsobergrenzen für die Verkehrssicherheit essenziell sind. Eine gleichmäßige Gewichtsverteilung im Anhänger verhindert zudem das gefährliche Schlingern während der Fahrt.

Aktuelle Gültigkeit

Die 60/40-Regel ist nach wie vor gültig und wird bei der Fahrerlaubnisprüfung berücksichtigt. Sie gilt jedoch nur als Orientierungshilfe – die finale Entscheidung über die Zulässigkeit einer Kombination trifft immer die Zulassungsstelle anhand der konkreten Fahrzeugpapiere.

Wann brauche ich eine rote Fahne?

Wenn Ladung über die Rückseite Ihres Anhängers hinausragt, gelten besondere Kennzeichnungspflichten. Ab einem Überstand von mehr als einem Meter ist eine rote Warntafel oder Fahne vorgeschrieben, die gut sichtbar angebracht sein muss.

Die Kennzeichnungspflicht

Überstehende Ladung ab 1 Meter Länge erfordert eine rote Warntafel oder Fahne – bei noch größerem Überstand kann zusätzlich eine Beleuchtung vorgeschrieben sein, insbesondere bei Nachtfahrten.

Überstehende Ladung

Die StVZO unterscheidet zwischen verschiedenen Überstandsarten. Bei Ladung, die mehr als einen Meter über das Heck des Anhängers ragt, muss diese mit einer roten Warntafel (mindestens 50 × 50 cm) oder einer roten Fahne gekennzeichnet werden. Die Warntafel muss mit retroreflektierendem Material ausgestattet sein.

Kennzeichnungspflichten

Für übermäßig überstehende Ladung – besonders bei mehr als 1,50 Meter Überstand – kann bei Dunkelheit oder schlechter Sicht eine zusätzliche Beleuchtung mit weißen oder gelben Katzenaugen vorgeschrieben sein. Diese Sicherheitsvorkehrungen dienen dem Schutz anderer Verkehrsteilnehmer und sollten keinesfalls ignoriert werden.

Vorteile der aktuellen Regelung

  • Klar definierte Grenzen für jedermann nachvollziehbar
  • Ein Anhänger pro PKW erhöht die Verkehrssicherheit
  • Klasse B deckt die meisten Alltagssituationen ab
  • Führerscheinerweiterungen unkompliziert erhältlich

Nachteile und Einschränkungen

  • Kein Doppelzug für gewerbliche Nutzer möglich
  • Technische Beschränkungen durch Kupplungskapazität
  • Bußgelder bei Verstößen gegen Kennzeichnungspflichten
  • Gewichtsgrenzen schränken manche Wohnwagen-Nutzung ein

Zusammenfassung

Die StVZO lässt keinen Spielraum: Hinter einem PKW ist exakt ein Anhänger erlaubt. Diese Regelung gilt für alle Kraftfahrzeuge und ist technisch wie rechtlich verankert. Für die meisten deutschen Autofahrer reicht die Klasse B mit ihren Gewichtsgrenzen von 750 kg oder 3.500 kg Kombinationsgewicht aus. Wer schwerere Lasten transportieren möchte, greift zur Klasse BE.

Die Konsequenz für Verkehrsteilnehmer ist eindeutig: Wer die Regel missachtet, riskiert Bußgelder und im schlimmsten Fall eine Betriebsuntersagung des Fahrzeugs.

Fazit für Vielfahrer: Wer regelmäßig schwere Anhänger zieht, sollte die Klasse BE erwerben, um die vollen 3.500 kg Anhängergewicht nutzen zu können. Bei überstehender Ladung ab einem Meter Überstand ist die rote Warntafel Pflicht.

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Beim Mitführen eines Anhängers hinter dem PKW regelt der Führerschein Klasse B Anhänger die genauen Gewichtsgrenzen und Voraussetzungen.

Häufig gestellte Fragen

Ist es zulässig, zwei Anhänger hintereinander zu haben?

Nein, hinter einem PKW ist das Führen von zwei Anhängern nicht erlaubt. Die StVZO § 32a erlaubt ausdrücklich nur einen einzigen Anhänger. Zugmaschinen bilden hier eine Ausnahme.

Wie schnell darf man mit Anhänger auf der Autobahn fahren?

Die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeugkombinationen mit Anhänger beträgt auf deutschen Autobahnen 80 km/h. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung gilt unabhängig von der Leistung des Zugfahrzeugs.

Wie viele Anhänger dürfen hinter einem Traktor mitgeführt werden?

Hinter Zugmaschinen und Traktoren dürfen unter bestimmten Bedingungen zwei Anhänger mitgeführt werden, sofern die zulässige Gesamtlänge nicht überschritten wird. Für PKW gilt diese Ausnahme nicht.

Was passiert bei Überschreitung der Gewichtsgrenzen?

Bei Überschreitung der zulässigen Gesamtmasse drohen Bußgelder und im schlimmsten Fall Punkte in Flensburg. Bei schwerwiegenden Überschreitungen kann auch eine Betriebsuntersagung des Fahrzeugs erfolgen.

Brauche ich einen BE-Führerschein für Anhänger über 750 kg?

Wenn die Kombination aus PKW und Anhänger zusammen mehr als 3.500 kg wiegt, benötigen Sie die Klasse BE. Bei einem Anhänger über 750 kg, aber einer Kombination unter 3.500 kg, reicht die Klasse B mit der 60/40-Regel aus.

Gilt die 60/40-Regel noch?

Ja, die 60/40-Regel ist weiterhin gültig und wird bei der Berechnung von Gewichtsgrenzen für Führerscheinklasse B berücksichtigt. Sie dient als Orientierungshilfe, wobei immer die konkreten Fahrzeugpapiere maßgeblich sind.

Welche Kennzeichnung für überstehende Ladung?

Ab einem Ladungsüberstand von mehr als einem Meter ist eine rote Warntafel oder Fahne Pflicht. Bei noch größerem Überstand kann bei Dunkelheit eine zusätzliche Beleuchtung erforderlich sein.