Man kennt Under Armour von den Trikots der Fußballprofis oder den Laufschuhen im Fitnessstudio – aber was steckt eigentlich hinter der Marke? Gründungsgeschichte, Preisstrategie und politische Standpunkte werfen Fragen auf, die über Sportbekleidung hinausgehen. Wer die Marke verstehen will, sollte wissen, wo sie herkommt, wofür sie steht und wie sie sich von der Konkurrenz abhebt.

Gründungsjahr: 1996 ·
Hauptsitz: Baltimore, Maryland, USA ·
Umsatz (2023): ca. 5,9 Milliarden USD ·
Mitarbeiter: ca. 18.000 ·
Kategorie: Sportbekleidung und -ausrüstung

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Keine Luxusmarke, sondern mittelpreisig positioniert
  • Die genaue politische Haltung des aktuellen CEO ist nicht eindeutig dokumentiert
  • Umsatzzahlen für 2024 sind noch nicht veröffentlicht
  • Nachhaltigkeitsbewertung der Marke ist umstritten
3Zeitleisten-Signal
  • 1996: Gründung in Baltimore (Under Armour – Geschichte) (Allure)
  • 2017: Kontroverse um Trump-Äußerung von CEO Plank (Allure)
  • 2020: Neuausrichtung auf Kerngeschäft (Allure)
4Wie es weitergeht
  • Fokus auf Digitalisierung und D2C-Vertrieb
  • Weitere Expansion im Performance-Segment
  • Politische Neutralität bleibt voraussichtlich erhalten

Die wichtigsten Kennzahlen von Under Armour im Überblick:

Merkmal Angabe
Gründungsjahr 1996
Gründer Kevin Plank
Hauptsitz Baltimore, Maryland, USA
CEO Kevin Plank (Stand 2024)
Umsatz (2023) ca. 5,9 Milliarden USD
Mitarbeiter ca. 18.000

Ist Under Armour eine US-Marke?

Wer sich für die Herkunft seiner Sportbekleidung interessiert, stößt bei Under Armour auf eine klare Antwort. Das Unternehmen wurde in den USA gegründet und hat dort bis heute seinen Hauptsitz.

Wo wurde Under Armour gegründet?

  • Under Armour wurde 1996 in Baltimore, Maryland, gegründet (Under Armour – offizielle Geschichte).
  • Der Hauptsitz befindet sich weiterhin in Baltimore – das Unternehmen betrachtet die Stadt als seine Heimat (Under Armour – Geschichte).

Wer ist der Gründer?

  • Kevin Plank entwickelte das erste Produkt aus Frust über schweißdurchtränkte Baumwoll-T-Shirts – ein eng anliegendes Shirt, das Feuchtigkeit besser ableitet (Wikipedia – Under Armour).
  • Mit einer Gründungsidee aus dem Jahr 1996 und einem Startkapital von etwa 20.000 US-Dollar legte er den Grundstein für eine heute milliardenschwere Marke.
Der Ursprung

Kevin Plank wusste als Football-Spieler aus eigener Erfahrung, dass nasse Baumwollshirts die Leistung beeinträchtigen. Sein erstes feuchtigkeitsableitendes Shirt traf einen Nerv – und definierte die Kategorie der Kompressionsbekleidung neu. Under Armour ist damit keine Modemarke, die nachträglich in den Sport einstieg, sondern eine Marke, die aus dem Sport selbst entstand.

Die Implikation: Under Armour ist nicht nur eine US-Marke, sondern eine Marke, die tief in der US-amerikanischen Sportkultur verwurzelt ist. Das unterscheidet sie von europäischen Anbietern wie Adidas oder Puma, die eher aus der Fußballtradition kommen.

Ist Under Armour eine günstige Marke?

Viele Verbraucher schätzen Under Armour als erschwingliche Alternative zu Nike oder Adidas ein. Tatsächlich liegt die Marke preislich meist im mittleren Segment – aber wo genau?

Ist Under Armour eine Luxusmarke?

  • Under Armour wird allgemein nicht als Luxusmarke eingestuft. Die Preise bewegen sich im mittleren bis gehobenen Segment, bleiben aber unter denen von Premium-Modemarken wie Lululemon.
  • Schuhe von Under Armour kosten typischerweise zwischen 110 und 150 US-Dollar (Adam Faliq – Preisvergleich).
  • Im Vergleich dazu liegen Nike-Schuhe in einer Spanne von etwa 90 bis über 200 US-Dollar (Adam Faliq – Preisvergleich).

Warum ist Under Armour so günstig?

  • Under Armour fokussiert sich auf Funktionalität statt Mode – geringere Ausgaben für Design und Trends senken die Kosten.
  • Das Unternehmen investiert weniger in teure Marketingkampagnen als Nike oder Adidas (Deutschlandfunk – Marktanalyse).
  • Effiziente Lieferketten und eine schlanke Produktpalette tragen zur Kostenkontrolle bei.
Das Paradoxon

Under Armour ist günstiger als Nike, aber teurer als viele No-Name-Marken. Der Preis ist kein Zeichen geringer Qualität – sondern das Ergebnis einer bewussten Strategie: Funktion vor Image, Leistung vor Lifestyle. Für Athleten, die Wert auf Performance legen, bietet die Marke damit ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Trade-off: Wer auf Markenimage und modische Vielfalt setzt, wird bei Nike oder Adidas fündig. Wer funktionelle Kleidung zum fairen Preis sucht, findet bei Under Armour eine attraktive Alternative.

Unterstützt Under Armour Donald Trump?

Die Frage nach der politischen Haltung von Under Armour ist mehr als eine Randnotiz – sie betrifft das Markenimage und die Kundenloyalität. Die Antwort ist differenzierter, als viele erwarten.

Welche politischen Verbindungen hat Under Armour?

  • Kevin Plank, CEO und Gründer, äußerte sich am 7. Februar 2017 positiv über die Pro-Business-Politik der Trump-Administration: “It’s a good thing that President Trump is a part of the business community” (Allure – Berichterstattung).
  • Nach heftiger Kritik distanzierte sich das Unternehmen: Man betreibe “policy, not politics” (Allure – Statement).
  • Plank trat im August 2017 aus dem American Manufacturing Council zurück (Horizont – Bericht).

Hat der CEO Kevin Plank Trump unterstützt?

  • Ja, Plank äußerte sich lobend über die Wirtschaftspolitik Trumps – dies wurde jedoch nicht als offizielle politische Spende interpretiert.
  • Under Armour erklärte, man engagiere sich für Innovation und Sport, nicht für Politik (Mundo Deportivo / Palco23 – Analyse).
  • Das Unternehmen stellte sich 2017 auf die Seite der Dreamers und unterstützte eine inklusive Einwanderungspolitik (Under Armour – Culture).
Der Widerspruch

Die Aussage von Kevin Plank 2017 war eindeutig – aber ebenso eindeutig war der anschließende Kurswechsel. Under Armour versuchte, zwischen Wirtschaftsunterstützung und gesellschaftlicher Verantwortung zu balancieren. Für Verbraucher, die politische Neutralität erwarten, bleibt die Situation unbefriedigend: Der CEO sprach sich für Trump aus, das Unternehmen später für Vielfalt. Die Frage ist nicht, ob Under Armour Trump unterstützt – sondern ob man einer Marke vertrauen kann, deren Botschaften sich widersprechen.

Das Muster: Under Armour zeigt sich politisch gespalten – ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Polarisierung in den USA. Für Kunden in Deutschland und Europa, die Wert auf klare Werte legen, ist dies ein wichtiger Aspekt der Kaufentscheidung.

Ist Under Armour besser als Nike?

Der Vergleich mit Nike ist unvermeidlich – beide Marken dominieren den Sportartikelmarkt. Doch die Antwort hängt davon ab, was man sucht.

Vergleich der Produktqualität

  • Under Armour hat seinen Fokus auf Bekleidung, insbesondere Kompressions- und Funktionskleidung (Adam Faliq – Markenvergleich).
  • Nike hat eine breitere Produktpalette und dominiert bei Schuhen sowie Lifestyle-Produkten.
  • Beide Marken setzen auf Technologien: Under Armour mit HeatGear und ColdGear, Nike mit Dri-FIT und Air-Systemen.

Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Under Armour ist im Schnitt günstiger als Nike, besonders bei Schuhen.
  • Nike bietet mehr Lifestyle- und Modekollektionen, die oft teurer sind.
  • Under Armour punktet mit funktionaler Kleidung, die für sportliche Leistung optimiert ist.

Markenwahrnehmung

  • Nike gilt als kulturell relevanter und hat eine stärkere emotionale Bindung zu jungen Konsumenten.
  • Under Armour wird als eher sportlich-funktional wahrgenommen – weniger modisch, aber authentischer im Sport.
  • Nike positionierte sich 2017 klar für die Redefreiheit von Athleten (FashionNetwork – Bericht).

Sechs Merkmale, ein Muster: Under Armour ist der Spezialist für Leistungssportler, Nike der Generalist für Sport und Lifestyle. Die Wahl hängt davon ab, ob man funktionale Kleidung zum fairen Preis oder eine Marke mit kultureller Strahlkraft sucht.

Kategorie Under Armour Nike
Gründung 1996 1964
Hauptsitz Baltimore, USA Beaverton, USA
Schwerpunkt Performance-Bekleidung Schuhe + Lifestyle
Preisniveau (Schuhe) 110–150 USD 90–200+ USD
Markenimage Funktionell, sportlich Kulturell, innovativ
Politische Haltung (2017) Ambivalent (CEO pro-Trump, Firma pro-Diversity) Klar pro-Redefreiheit
Fazit: Under Armour ist keine bessere oder schlechtere Marke als Nike – sie ist anders. Under Armour spricht Athleten an, die Wert auf Funktion und Preis legen. Nike spricht Konsumenten an, die Lifestyle und kulturelle Identität suchen. Für deutsche Sportler, die günstigere Performance-Kleidung wollen, ist Under Armour die überlegene Wahl. Wer modische Vielfalt und Markenimage priorisiert, bleibt bei Nike.

Das Muster: Under Armour und Nike bedienen unterschiedliche Bedürfnisse – die Entscheidung hängt davon ab, ob Leistung oder Image im Vordergrund steht.

Warum ist Under Armour so günstig?

Die Preisstrategie von Under Armour ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer bewussten Entscheidung. Drei Faktoren machen den Unterschied.

Produktionsstrategie

  • Under Armour nutzt effiziente globale Lieferketten mit Fokus auf Fertigung in Asien.
  • Das Unternehmen vermeidet teure Modekollektionen und konzentriert sich auf saisonale Grundprodukte.

Materialkosten

  • Die verwendeten Synthetikfasern sind günstiger in der Herstellung als Naturmaterialien wie Merinowolle.
  • Standardisierte Größen und Schnitte reduzieren Ausschuss und Komplexität.

Positionierung

  • Under Armour positioniert sich bewusst als Marke für den aktiven Sportler, nicht für den Modebewussten.
  • Kevin Plank selbst gewährte für bestimmte Personengruppen 10 Prozent Nachlass auf Einkäufe (Deutschlandfunk – Recherche).

Das Ergebnis: Under Armour bietet funktionelle Kleidung zu einem Preis, der unter dem der großen Konkurrenz liegt. Der Verzicht auf modische Saisonkollektionen und teure Werbung macht dies möglich – und die Kunden profitieren von einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis.

Häufig gestellte Fragen

Wo wird Under Armour hergestellt?

Die Produktion erfolgt überwiegend in asiatischen Ländern wie China, Vietnam und Bangladesch – wie bei den meisten großen Sportartikelherstellern. Under Armour unterhält keine eigenen Fabriken, sondern arbeitet mit externen Partnern zusammen.

Ist Under Armour in Deutschland erhältlich?

Ja, Under Armour ist in Deutschland über den eigenen Onlineshop, bei Sport Händlern wie JD Sports und in Filialen des Unternehmens erhältlich.

Was ist die Geschichte von Under Armour?

Under Armour wurde 1996 von Kevin Plank in Baltimore gegründet. Das erste Produkt war ein feuchtigkeitsableitendes T-Shirt. Heute ist das Unternehmen ein globaler Anbieter von Sportbekleidung, Schuhen und Accessoires.

Welche Größen gibt es bei Under Armour?

Under Armour bietet Größen von XS bis 4XL (Herren) sowie XS bis 3XL (Damen) sowie Kindergrößen. Die Größen fallen laut Kundenbewertungen meist normal aus.

Wie pflege ich Under Armour Kleidung?

Die Kleidung sollte bei 30 Grad gewaschen und nicht im Trockner getrocknet werden, um die elastischen Fasern zu schonen. Weichspüler vermeiden, da er die Feuchtigkeitsableitung beeinträchtigt.

Bietet Under Armour Rabatte für Studenten an?

Ja, Under Armour bietet über die Plattform UNiDAYS Rabatte für Studenten an. Auch für Militärangehörige und Rettungskräfte gibt es spezielle Rabattprogramme.

Ist Under Armour eine nachhaltige Marke?

Under Armour verfolgt Nachhaltigkeitsziele, darunter die Reduzierung von Plastikmüll und CO2-Emissionen. Ob die Marke als nachhaltig gilt, ist umstritten – Umweltorganisationen kritisieren die Abhängigkeit von synthetischen Materialien.

“It’s a good thing that President Trump is a part of the business community.”

Kevin Plank, CEO Under Armour, in einem Interview mit CNBC (Februar 2017, Allure)

Under Armour hat sich als preisgünstige Alternative zu Nike etabliert.

Markenanalyst bei Forbes (Einschätzung zur Preispositionierung)

Under Armour ist kein politischer Akteur, aber durch die Aussagen seines Gründers in die Diskussion geraten. Für deutsche Verbraucher, die eine Marke mit klaren Werten suchen, ist die Ambivalenz der Marke ein ernstzunehmender Punkt. Die Wahl zwischen Under Armour und Nike ist keine Frage der Qualität – sondern eine Frage der Prioritäten: Funktion und Preis gegen kulturelle Identität und Klarheit.

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